Helfer-Fest im neuen Anbau des Feuerwehrgerätehauses Wagenfurth
Statt
der „vereinigten Hüttenwerke" hat die Wagenfurther Feuerwehr
künftig alles unter einem Dach. Ein Anbau an das Feuerwehrgerätehaus
bietet eine zeitgerechte Unterkunft, die alle Belange in technischer
Hinsicht erfüllt, sagte Frank Jacob, Wehrführer der Wagenfurther
Feuerwehr, bei der Einweihung des Gebäudes, die zugleich eine
Helferfete war.
1000
ehrenamtliche Stunden haben 30 Helfer geleistet, damit die
Feuerwehrausrüstung unter einem Dach untergebracht werden kann.
Bislang waren Arbeitsmaterial und Gerät wie der Ölschadenanhänger
in einer Garage unter dem Dorfgemeinschaftshaus und einem
mittlerweile abgerissenem Schuppen untergebracht.
Zum
Gelingen beigetragen habe der Nachbar Wolfgang Lanzenberger, der
eine für den Anbau nötige Teilfläche seines Hofes an die Gemeinde
veräußerte.
„Fast
jeden Samstag haben wir an dieser Baustelle zugebracht", sagte
Jacob über die Mitarbeit der Helfer. Dank richtete er auch an örtliche
Firmen, die bei den umfangreichen Erd- und Maurerarbeiten und dem
Dach geholfen hatten. Alle anderen Arbeiten an der Außenanlage, der
Fußbodenbelag, Umbauarbeiten im Altbau und die gesamte Elektro-
installation wurden in Eigenleistung erbracht.

Setzt
man pro ehrenamtlicher Stunde 30 Euro an, kommen Eigenleistungen im
Wert von 30 000 Euro heraus, rechnete Jacob hervor. Mit dem Anbau,
der in Anlehnung an das ursprüngliche Feuerwehrhaus in
Sichtmauerwerk erstellt wurde, wurde auch das Dach vergrößert.
Dort möchten die Wagenfurther gerne einen Raum für Aus- und
Fortbildung schaffen, natürlich in Eigenleistung. Was fehlt, sind
die Materialkosten, etwa 3000 Euro. „Trotz angespannter Haushaltslage
bin ich mir sicher, dass dies möglich ist", sagte Jacob mit
Blick auf die Körler Kommunalpolitiker.
Bürgermeister
Mario Gerhold, der für die Helferfete 50 Liter Bier gesponsert
hatte, würdigte die „enorme Eigenleistung" der Wagenfurther
Feuerwehr. „Ein Gemeinschaftsprojekt für Wagenfurth aus
Wagenfurth", sagte Ortsvorsteher Bernhard Lanzenberger, der es
toll fand, dass hier Leute ihre Freizeit opfern, auch jene, die
privat mit Hausbau alle Hände voll zu tun haben. Das Geld, das
hier investiert wurde sei billiger als ein Menschenleben zu
verlieren, betonte Gemeindebrandinspektor
Wilhelm Schild mit Blick auf das Feuerwehrhaus, das der
Allgemeinheit zugute kommt. Dass die Kameraden stets „gesund und
munter vom Einsatz nach Hause kommen", das wünschte sich Wehrführer
Frank Jacob. (HNA Melsungen 09.12.02, ZAL)
Unten Feuerwehr, oben Ort der Stille
1936
wurde die Wagenfurther Feuerwehr gegründet. 50 Mitglieder zählt
der Feuerwehrverein, zwölf Männer und Frauen bilden die Einsatzabteilung.
Das Feuerwehrhaus wurde 1985/86 gebaut. 1994 bekamen die
Wagenfurther ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF-W Weil das Fahrzeug
nur für sechs Feuerwehrleute Platz bietet, erwarb die Feuerwehr
1999 aus Vereinsmitteln ein Mannschaftstransportfahrzeug vom BGS,
das im Maschinenschuppen des Mitglieds Wolfgang Lanzenberger vorübergehend
Platz fand. Im Zusammenhang mit der Dorferneuerung wurde diskutiert,
das Feuerwehrhaus in Eigenleistung anzubauen. Wehrführer Frank
Jacob, sagte, er habe für den Gedanken zunächst „keine
Beifallsstürme" geerntet. Die Idee wurde schließlich
positiv beschieden, da der Schuppen, in dem der Anhänger stand, dem
neuen Dorfplatz weichen musste.
Die
Gemeinde stellte in diesem Jahr 15 000 Euro bereit, aus der
Vereinskasse finanzierte die Wehr selbst 2600 Euro. Das
Feuerwehrmitglied Gerhard Armbröster setzte die Vorstellungen in
konkrete Planungen um („ehrenamtlich, versteht sich"). Am 20.
April startete das Projekt.
Mit
dem Anbau steht der Wehr nun ein Teil des Dachs zur Verfügung-. Das
Dach des ursprünglichen Feuerwehrgerätehauses wird seit den 80er
Jahren als Leichenhalle genutzt. Die ist vom darüber liegenden, höher
gelegenen Friedhof ebenerdig zu betreten. Das ist ein Zweckbau,
sagt Jacob, anders hätte man in Wagenfurth keine eigene
Leichenhalle bekommen. Selbstredend, dass bei Trauerfällen keine
Feste im Feuerwehrhaus stattfinden. (ZAL)
Stand: 26.12.02 19:47, (c) www.koerle.net
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